Unsere Traditionsvereine
Der Turnverein 1874 Egelsbach – Ursprung der Sportgemeinschaft

Der Turnverein 1874 Egelsbach markiert den Beginn der sportlichen Vereinsgeschichte in Egelsbach. Gegründet am 15. August 1874, gilt er als erster Sportverein der Gemeinde und als „Urvater“ der heutigen Sportgemeinschaft Egelsbach.
Leider ist das originale Gründungsprotokoll nicht mehr erhalten. Die älteste überlieferte Niederschrift stammt vom 11. April 1875 und gibt einen faszinierenden Einblick in die damalige Vereinsorganisation. Besonders bemerkenswert ist die Sprache dieser Zeit:
„Die Geräthe sind zu verackdiren an den wenigstnehmenden oder in Tagelohn zu übergeben. Um die nötigen Kosten zu bestreiten, muß ein jedes Mitglied so viel Monate voraus bezahlen als erforderlich sind bis zum 1. September 1875.“
Diese Passage zeigt, wie pragmatisch und gemeinschaftlich die Mitglieder damals vorgingen: Geräte wurden an den Meistbietenden oder gegen Tagelohn vergeben, und die Finanzierung erfolgte durch Vorauszahlungen der Mitglieder.

Der Turnverein 1874 Egelsbach markiert den Beginn der sportlichen Vereinsgeschichte in Egelsbach. Gegründet am 15. August 1874, gilt er als erster Sportverein der Gemeinde und als „Urvater“ der heutigen Sportgemeinschaft Egelsbach.
Leider ist das originale Gründungsprotokoll nicht mehr erhalten. Die älteste überlieferte Niederschrift stammt vom 11. April 1875 und gibt einen faszinierenden Einblick in die damalige Vereinsorganisation. Besonders bemerkenswert ist die Sprache dieser Zeit:
„Die Geräthe sind zu verackdiren an den wenigstnehmenden oder in Tagelohn zu übergeben. Um die nötigen Kosten zu bestreiten, muß ein jedes Mitglied so viel Monate voraus bezahlen als erforderlich sind bis zum 1. September 1875.“
Diese Passage zeigt, wie pragmatisch und gemeinschaftlich die Mitglieder damals vorgingen: Geräte wurden an den Meistbietenden oder gegen Tagelohn vergeben, und die Finanzierung erfolgte durch Vorauszahlungen der Mitglieder.
Die ersten Jahre des Vereins – Zwischen Idealismus und finanziellen Herausforderungen
Bereits im Gründungsprotokoll vom 1. Juni 1875 wird deutlich, wie schwierig die finanzielle Lage des jungen Vereins war. Der monatliche Mitgliedsbeitrag lag damals bei 20 Pfennig, für die sogenannten „Zöglinge“ sogar nur bei 10 Pfennig. Trotz dieser niedrigen Beiträge belief sich der Kassenbestand im Jahr 1879 lediglich auf 75,57 Mark – ein Zeichen für die angespannte wirtschaftliche Situation.
Die Protokolle jener Zeit berichten von zahlreichen Fällen, in denen Mitglieder wegen ausstehender Beiträge aus dem Verein ausgeschlossen werden mussten. Die Vereinsordnung war streng: Ein Eintrag aus dem Jahr 1881 belegt, dass ein Mitglied, vermutlich ein aktiver Turner, nach dreimaligem unentschuldigtem Fehlen hintereinander aus dem Verein ausgeschlossen wurde.
Diese Einblicke zeigen, mit welchem Engagement und welcher Disziplin die Gründergeneration den Verein durch schwierige Zeiten führte – und wie wichtig Zusammenhalt und Verlässlichkeit schon damals waren.

Die Gründung des Spielmannszugs und die Einweihung des Turnplatzes
Im Jahr 1876 – so berichtet es die mündliche Überlieferung – wurde der erste Spielmannszug unseres Vereins ins Leben gerufen. Nur wenige Jahre später, am 20. Juli 1879, feierte die Gemeinde ein besonderes Ereignis: Die feierliche Einweihung des Turnplatzes an der Rheinstraße, direkt gegenüber dem damaligen Vereinslokal, dem heutigen Anwesen Knöß.
Die Veranstaltung war ein gesellschaftliches Highlight, an dem zahlreiche Gesangvereine, die Spielleute des Vereins, Kriegervereine sowie Turnvereine aus der Umgebung teilnahmen. Seit dieser Zeit ist es Tradition, jährlich ein An- und Abturnen zu veranstalten – damals war dies besonders wichtig, da im Winter keine Trainingsmöglichkeiten bestanden. Ergänzt wurden diese sportlichen Höhepunkte durch verschiedene Preisturnen, die stets mit einem festlichen Ball am Abend ihren Abschluss fanden.

Die Gründung des Spielmannszugs und die Einweihung des Turnplatzes
Im Jahr 1876 – so berichtet es die mündliche Überlieferung – wurde der erste Spielmannszug unseres Vereins ins Leben gerufen. Nur wenige Jahre später, am 20. Juli 1879, feierte die Gemeinde ein besonderes Ereignis: Die feierliche Einweihung des Turnplatzes an der Rheinstraße, direkt gegenüber dem damaligen Vereinslokal, dem heutigen Anwesen Knöß.
Die Veranstaltung war ein gesellschaftliches Highlight, an dem zahlreiche Gesangvereine, die Spielleute des Vereins, Kriegervereine sowie Turnvereine aus der Umgebung teilnahmen. Seit dieser Zeit ist es Tradition, jährlich ein An- und Abturnen zu veranstalten – damals war dies besonders wichtig, da im Winter keine Trainingsmöglichkeiten bestanden. Ergänzt wurden diese sportlichen Höhepunkte durch verschiedene Preisturnen, die stets mit einem festlichen Ball am Abend ihren Abschluss fanden.
Feste, Fahnen und Gemeinschaft seit 1882
Schon in den frühen Jahren war das Vereinsleben sowohl sportlich als auch gesellschaftlich sehr aktiv. Ein besonderes Symbol wurde am 29. Januar 1882 beschlossen: die Anschaffung einer Vereinsfahne, die am 24. Juli 1883 feierlich eingeweiht wurde. Jedes Mitglied leistete dafür einen Sonderbeitrag von einer Mark.
Die Festmusik übernahm die Langener Feuerwehrkapelle, die für ihren Auftritt 96 Mark erhielt. 1885 richtete der Verein ein großes Wettturnen aus, geleitet vom Gauvorsitzenden und Egelsbacher Kaspar Welz.
Der Verein war früh in „landschaftlichen“ Verbänden organisiert: Von 1861 bis 1888 im Bergsträßer Bund, ab 1889 im Turnerbund Jahn und ab 1905 im Arbeiter-Turnerbund – ein Zeichen für die politische Prägung des Vereinslebens.
1891 wurde dem Verein die Ausrichtung eines Turnfestes übertragen, das mit geschmücktem Ort und festlichen Bällen ein voller Erfolg war. In den Jahren 1893 bis 1895 gab es Annäherungsversuche zwischen den Egelsbacher Turnvereinen, die jedoch an politischen Differenzen scheiterten.
1895 bauten Mitglieder eine Hütte für Sportgeräte, finanziert durch zinslose Kredite der Mitglieder. Zum 25-jährigen Jubiläum 1899 steuerte der neue Vereinswirt pro Hektoliter Bier zwei Mark für die Vereinskasse bei.

Von Turnen, Theater und Fußball
Im Jahr 1905 trat der Turnverein dem Arbeiter-Turnerbund bei – ein bedeutender Schritt, der eine Anpassung der Vereinsstatuten erforderte. Das damalige Protokoll wurde von 78 aktiven Mitgliedern und 28 Zöglingen unterzeichnet und markiert einen wichtigen Meilenstein in der Vereinsentwicklung.
Bereits 1906 ist aus Aufzeichnungen ersichtlich, dass der Verein jedes Jahr Theatervorführungen organisierte – eine Tradition, die bis heute fortlebt. Auch eine sogenannte „Kreppelzeitung“ wurde damals schon herausgegeben und sorgte für Unterhaltung und Zusammenhalt.
Ein besonderes Highlight jener Zeit war die alljährliche Christbaumverlosung. Sie genoss große Bedeutung im Vereinsleben und wurde in den Protokollen immer wieder hervorgehoben.
1907 schrieb der Fußballclub 03 Egelsbach Geschichte: Er veranstaltete nachweislich die erste Leichtathletik-Veranstaltung in Egelsbach. Nur wenige Jahre später, 1911, gründete der Turnverein eine eigene Fußballabteilung. Die ersten „Kickversuche“ fanden auf dem Pachtgelände im Linden statt.
Ab 1920 nahm der Turnverein erstmals an Rundenspielen teil – damals auf dem Platz in den Büchen, etwa dort, wo sich heute die Bauernhöfe Best und Haas befinden.

Von Turnen, Theater und Fußball
Im Jahr 1905 trat der Turnverein dem Arbeiter-Turnerbund bei – ein bedeutender Schritt, der eine Anpassung der Vereinsstatuten erforderte. Das damalige Protokoll wurde von 78 aktiven Mitgliedern und 28 Zöglingen unterzeichnet und markiert einen wichtigen Meilenstein in der Vereinsentwicklung.
Bereits 1906 ist aus Aufzeichnungen ersichtlich, dass der Verein jedes Jahr Theatervorführungen organisierte – eine Tradition, die bis heute fortlebt. Auch eine sogenannte „Kreppelzeitung“ wurde damals schon herausgegeben und sorgte für Unterhaltung und Zusammenhalt.
Ein besonderes Highlight jener Zeit war die alljährliche Christbaumverlosung. Sie genoss große Bedeutung im Vereinsleben und wurde in den Protokollen immer wieder hervorgehoben.
1907 schrieb der Fußballclub 03 Egelsbach Geschichte: Er veranstaltete nachweislich die erste Leichtathletik-Veranstaltung in Egelsbach. Nur wenige Jahre später, 1911, gründete der Turnverein eine eigene Fußballabteilung. Die ersten „Kickversuche“ fanden auf dem Pachtgelände im Linden statt.
Ab 1920 nahm der Turnverein erstmals an Rundenspielen teil – damals auf dem Platz in den Büchen, etwa dort, wo sich heute die Bauernhöfe Best und Haas befinden.
Handball, Fußball und Gemeinschaft
Die Gründung der Handballabteilung im Jahr 1915 markierte einen Meilenstein für den Egelsbacher Verein. Zu den ersten Ballwerfern zählten engagierte Sportler wie Philipp Thomin, Jakob Knöß und Karl Schlapp. Die Premiere 1923 endete zwar mit einer Niederlage, doch der sportliche Ehrgeiz war geweckt. Mangels eigenem Sportplatz wurden die Spiele zunächst auswärts ausgetragen – jeder Spieltag war zugleich ein Wandertag.
Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Vereinsleben einen langsamen Wiederaufbau. 1921 erfolgte die Umbenennung in „Arbeiter Turn- und Sportverein“ und der Zusammenschluss mit anderen Arbeiter-Sportvereinen im „Arbeiter-Sportkartell“ Egelsbach. Die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen bürgerlichen und proletarischen Vereinen spiegelten sich auch im Sport wider.
Ein Höhepunkt war die Teilnahme einer Abordnung am Arbeiter-Bundestreffen 1922 in Leipzig. Die Fußballer spielten in der Bezirksklasse, trotz schwieriger Bedingungen und fehlendem Sportplatz in Ortsnähe. Erst 1926 gelang es, ein eigenes Gelände zu erwerben und in Eigenleistung einen Sportplatz zu errichten – ein bedeutender Fortschritt für den Verein.
1931 folgte der sportliche Höhepunkt: Nach dem Aufstieg in die höchste Spielklasse wurde die Meisterschaft errungen. Internationale Begegnungen, etwa mit Teams aus Wien, Brüssel und Teplitz-Weiskirchlitz, unterstrichen die Bedeutung des Vereins.
Mit dem Verbot aller Arbeitervereine 1933 durch die Reichsregierung und der Konfiszierung des Vereinsvermögens fand diese Ära ein abruptes Ende. Die Mitglieder schlossen sich anderen Vereinen an, und die Vereinsfahne wurde der Turngemeinde 1885 anvertraut.
Historie der Turngemeinde Egelsbach 1885
Die Turngemeinde Egelsbach wurde am 9. Februar 1885 als freier Verein „zur sportlichen Betätigung im deutschen Sinne“ gegründet. Bereits im Gründungsjahr zählte der Verein 45 Mitglieder. 1887 folgte die Einweihung des ersten Turnplatzes an der Ostendstraße, finanziert durch ein Darlehen eines Mitglieds. Im selben Jahr wurde ein Spielmannszug ins Leben gerufen.
Ein Meilenstein war die Ausrichtung des Gaufestes des Turngaues Melibokus im Juli 1889, bei dem auch der Turnverein 1874 beteiligt war. Die Leichtathletik wurde früh gefördert, wie die Teilnahme am Feldbergfest 1890 zeigt. 1891 fand die feierliche Fahnenweihe statt.
Ab 1896 gab es Initiativen zum Bau einer Turnhalle, die jedoch aus finanziellen und vereinsinternen Gründen nicht umgesetzt wurden. 1901 richtete die Turngemeinde erneut ein Gaufest aus, diesmal für den Main-Rhein-Gau.
Die erste größere Vereinsfahrt führte 1906 zum Niederwalddenkmal. 1908 kam es zu politischen Auseinandersetzungen um die Zugehörigkeit zur Deutschen Turnerschaft, die zu Satzungsänderungen und Mitgliederwechseln führten.
Beim Deutschen Turnfest 1908 in Frankfurt/Main marschierten 25 Turner aus Egelsbach mit ihrer Fahne ins Stadion ein. Das 25-jährige Jubiläum wurde 1910 mit einem dreitägigen Fest gefeiert.
Während des Ersten Weltkriegs ruhte die Vereinsarbeit. Nach Kriegsende wurde der Wiederaufbau vorangetrieben, 1919 entstand eine Turnerinnen-Abteilung, 1923 ein Gaufrauen-Turnfest und eine Handballabteilung.
Das 40-jährige Jubiläum 1925 wurde mit einem großen Fest begangen. 1927 entstand der Jahn-Platz am Mühlweg, der ein Jahr später eingeweiht wurde.
In den 1930er Jahren war der Verein bei Wettkämpfen erfolgreich, Handball und Tischtennis wurden gespielt. Mit der Machtübernahme durch Hitler wurden alle sporttreibenden Vereine dem Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) unterstellt, Arbeitervereine verboten. Die Turngemeinde erhielt dadurch Zuwachs und feierte sportliche Erfolge, darunter den Aufstieg in die Gau-Liga Südwest 1939.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Vereinsarbeit erneut unterbrochen. Nach Kriegsende verbot die Besatzungsmacht zunächst alle Vereinstätigkeiten und beschlagnahmte das Vermögen. Schließlich wurde die Turngemeinde in die neu gegründete Sportgemeinschaft Egelsbach integriert und setzte ihre Tradition fort.
Tradition und Gemeinschaft: Der Arbeiter-Radfahrverein Solidarität Egelsbach
Der Arbeiter-Radfahrverein Solidarität, gegründet im Jahr 1905, zählt zu den traditionsreichsten Vereinen, aus denen nach dem Zweiten Weltkrieg die heutige Sportgemeinschaft Egelsbach hervorging. Acht engagierte Egelsbacher trafen sich damals in der Gastwirtschaft Sommer in der Rheinstraße 60, um ihre Leidenschaft für das Rad- und Kunstradfahren in einem eigenen Verein zu bündeln.
Bereits sieben Jahre nach der Gründung, im Jahr 1912, feierte der Verein einen besonderen Meilenstein: Die Fahnenweihe. 50 aktive Mitglieder zählte der Verein zu diesem Zeitpunkt. Die feierliche Übergabe der Vereinsfahne wurde von 25 weißgekleideten Festdamen auf den Brühlwiesen zelebriert – ein eindrucksvolles Bild, das die Verbundenheit und den Stolz der Gemeinschaft widerspiegelte.
Mit ihrer einheitlichen Kleidung – weiße, hochgeschlossene Trikots, rote Schärpen und Schirmmützen – waren die Egelsbacher Radsportler ein Blickfang bei zahlreichen Veranstaltungen in der Region. Besonders beim Festzug in Dieburg sorgten sie mit 60 Fahrern für großes Aufsehen und repräsentierten Egelsbach weit über die Ortsgrenzen hinaus.
Von der Trimm-Dich-Bewegung zum Show-Highlight: Die Geschichte der Egelsbacher Radsportler
In den Anfangsjahren, als noch keine Saalmaschinen zur Verfügung standen, konzentrierten sich die Egelsbacher Radsportler vor allem auf Tagestouren, Stern- und Nachtfahrten – ganz im Sinne einer sportlichen „Trimm-Dich“-Bewegung. Mit der Anschaffung der ersten Saalmaschinen und später sogar einer Kunstfahrmaschine eröffnete sich dem Verein eine neue Welt: Schon bald präsentierten die Sportler ihr Können auf unterschiedlichsten Veranstaltungen und sorgten mit spektakulären Darbietungen für Aufsehen.
Besonders stolz war man auf einige echte Attraktionen im Repertoire: So trugen beispielsweise zwei Fahrer ein Reck auf ihren Schultern, auf dem ein Turner akrobatische Übungen zeigte – ein Highlight, das das Publikum begeisterte.
Ein Besuch in Heidelberg brachte eine weitere Inspiration: Die ungewöhnlichen Klänge eines dortigen Schalmeien-Orchesters faszinierten die Egelsbacher so sehr, dass sie beschlossen, auch in ihrer Heimat ein solches Ensemble zu gründen. Rund zehn Spieler fanden sich zusammen und erlernten unter der Leitung von Kapellmeister Heinrich Gaubatz das Spiel auf der Schalmei. Schon bald erreichte das Orchester ein solches Niveau, dass es bei Veranstaltungen mit seinem Können glänzen konnte.
Von der Trimm-Dich-Bewegung zum Show-Highlight: Die Geschichte der Egelsbacher Radsportler
In den Anfangsjahren, als noch keine Saalmaschinen zur Verfügung standen, konzentrierten sich die Egelsbacher Radsportler vor allem auf Tagestouren, Stern- und Nachtfahrten – ganz im Sinne einer sportlichen „Trimm-Dich“-Bewegung. Mit der Anschaffung der ersten Saalmaschinen und später sogar einer Kunstfahrmaschine eröffnete sich dem Verein eine neue Welt: Schon bald präsentierten die Sportler ihr Können auf unterschiedlichsten Veranstaltungen und sorgten mit spektakulären Darbietungen für Aufsehen.
Besonders stolz war man auf einige echte Attraktionen im Repertoire: So trugen beispielsweise zwei Fahrer ein Reck auf ihren Schultern, auf dem ein Turner akrobatische Übungen zeigte – ein Highlight, das das Publikum begeisterte.
Ein Besuch in Heidelberg brachte eine weitere Inspiration: Die ungewöhnlichen Klänge eines dortigen Schalmeien-Orchesters faszinierten die Egelsbacher so sehr, dass sie beschlossen, auch in ihrer Heimat ein solches Ensemble zu gründen. Rund zehn Spieler fanden sich zusammen und erlernten unter der Leitung von Kapellmeister Heinrich Gaubatz das Spiel auf der Schalmei. Schon bald erreichte das Orchester ein solches Niveau, dass es bei Veranstaltungen mit seinem Können glänzen konnte.
Jubiläum und bewegte Geschichte: 25 Jahre Egelsbacher Arbeiter-Radfahrverein
Im Jahr 1930 feierte der Egelsbacher Arbeiter-Radfahrverein sein 25-jähriges Bestehen mit einem besonderen Fest: Zwanzig auswärtige Radsportvereine waren zu Gast und alle acht Gründungsmitglieder wurden für ihr Engagement geehrt. Besonders auffällig präsentierten sich die Gründer in einheitlichen, hellgrauen Sportanzügen – ein Bild, das einen Lokalberichterstatter zu der Bemerkung inspirierte, sie erinnerten an einen akademischen Herrenclub und verkörperten den fortschrittlichen Geist des Vereins.
Trotz der schlechten Witterung war das Jubiläumsfest hervorragend organisiert. Die Egelsbacher Radfahrer genossen weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Ihr Repertoire reichte von Kunstreigen und Radball bis hin zum Kunstfahren. Mit ihrem soliden Können waren sie auf zahlreichen Veranstaltungen gern gesehene Gäste. Zeitzeugen berichten sogar von der Teilnahme einzelner Aktiver an Straßenrennen.
Doch auf dem Höhepunkt des Vereinslebens wurde der Radfahrverein 1933 von den nationalsozialistischen Maßnahmen getroffen, die zur Auflösung aller Arbeitervereine führten. Wertvolle Vereinsgüter wie sechs Saalmaschinen, eine Kunstfahrmaschine, zehn Musikinstrumente, das Vereinsbanner sowie zahlreiche Trophäen, Pokale und Ehrenplaketten – Symbole früherer sportlicher Größe – gingen in dieser Zeit verloren
Im Jahr 1930 feierte der Egelsbacher Arbeiter-Radfahrverein sein 25-jähriges Bestehen mit einem besonderen Fest: Zwanzig auswärtige Radsportvereine waren zu Gast und alle acht Gründungsmitglieder wurden für ihr Engagement geehrt. Besonders auffällig präsentierten sich die Gründer in einheitlichen, hellgrauen Sportanzügen – ein Bild, das einen Lokalberichterstatter zu der Bemerkung inspirierte, sie erinnerten an einen akademischen Herrenclub und verkörperten den fortschrittlichen Geist des Vereins.
Trotz der schlechten Witterung war das Jubiläumsfest hervorragend organisiert. Die Egelsbacher Radfahrer genossen weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Ihr Repertoire reichte von Kunstreigen und Radball bis hin zum Kunstfahren. Mit ihrem soliden Können waren sie auf zahlreichen Veranstaltungen gern gesehene Gäste. Zeitzeugen berichten sogar von der Teilnahme einzelner Aktiver an Straßenrennen.
Doch auf dem Höhepunkt des Vereinslebens wurde der Radfahrverein 1933 von den nationalsozialistischen Maßnahmen getroffen, die zur Auflösung aller Arbeitervereine führten. Wertvolle Vereinsgüter wie sechs Saalmaschinen, eine Kunstfahrmaschine, zehn Musikinstrumente, das Vereinsbanner sowie zahlreiche Trophäen, Pokale und Ehrenplaketten – Symbole früherer sportlicher Größe – gingen in dieser Zeit verloren
Die Anfänge des Egelsbacher Fußballs: der Fußball-Club Egelsbach "03"
Am 1. Mai 1903 gründeten elf junge Männer den Fußball-Club Egelsbach "03". Die ersten Jahre waren geprägt von Improvisation: Es fehlte an Ausrüstung, Regeln und einem richtigen Spielfeld. Gespielt wurde zunächst auf einer Wiese, die von den Spielern selbst vorbereitet werden musste. Die ersten Spiele gegen etablierte Gegner wie den Frankfurter FC 02 endeten mit deutlichen Niederlagen.
1906 trat der Verein dem „Verband Deutscher Fußballvereine“ bei, wechselte aber nach dessen Auflösung 1908 zum „Süddeutschen Fußballverband“. In den Jahren 1910 bis 1913 feierte der Klub mit dem Aufstieg in die zweite Fußballklasse erste große Erfolge. Ein Meilenstein war 1913 die Einweihung des umzäunten Sportplatzes auf den Brühlwiesen.
Krisen und Aufschwung
Der Erste Weltkrieg unterbrach den Spielbetrieb und forderte viele Opfer. Nach dem Krieg erlebte der Verein eine bewegte Zeit: Es entstanden mehrere Mannschaften und eine gezielte Jugendarbeit. In den 1930er Jahren schlossen sich die Fußballer des Turnvereins 1874 dem FC 03 an, was zu einer Blütezeit führte. Trotz politischer Rückschläge – wie der zwangsweisen Versetzung in die dritte Spielklasse – antwortete die Mannschaft sportlich: Mit einem beeindruckenden Punktverhältnis und Torverhältnis wurde die Meisterschaft gewonnen.
Auch im Pokal sorgte der Verein für Furore, etwa mit Siegen gegen Kickers Offenbach und starken Auftritten gegen Eintracht Frankfurt. Bis 1937 blieb die Mannschaft in der Spitze, bevor der Zweite Weltkrieg erneut für einen Rückschlag sorgte. Der Spielbetrieb kam fast vollständig zum Erliegen, lediglich die Jugendarbeit wurde fortgeführt.
Neuanfang nach dem Krieg
Mit dem Zusammenschluss der Sportvereine zur Sportgemeinschaft Egelsbach wurde der FC 03 eine Abteilung der SG Egelsbach und legte damit den Grundstein für die weitere Entwicklung des Fußballs in Egelsbach.

